Cookies akzeptieren
Wir verwenden Cookies für eine optimale Nutzererfahrung, Media Sharing und um Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr darüber erfahren

Tipps für heikle Situationen

Wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger beschuldigt oder verurteilt wird, etwas Verbotenes gemacht zu haben, finden Sie hier viele Informationen und Antworten. Auch wenn Sie gerade aus dem Gefängnis kommen, finden Sie hier Informationen. Außerdem finden Sie hier Informationen, wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.

Online-Beratung

Die NEUSTART Online-Beratung hilft Ihnen. Sie beantwortet Ihre Fragen mit einem E-Mail. Füllen Sie bitte das Kontakt-Formular aus und schreiben Sie Ihre Frage in die Nachricht. Schreiben Sie auch dazu, in welchem Ort und Bundesland Sie wohnen. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren Namen dazuschreiben. Wir antworten auch auf anonyme Anfragen.

Blog und Diskussion

Wiedergutmachende Gerechtigkeit nach Krawallen?

Kurt Koblizek MSc - 7.9.2011 07:03

Nach den Krawallen und gewalttätigen Ausschreitungen in Großbritannien wird analysiert, was die Ursachen waren, was zu tun ist, um zukünftig solche Exzesse zu verhindern und wie mit den Tätern umgegangen werden soll. Die Antwort ist rasch gefunden: Alle, die geschnappt werden, sollen ins Gefängnis.

Zu diesem Thema melden sich nun auch Vertreter der Restorative Justice („wiedergutmachende Gerechtigkeit") zu Wort. In ihrem Fokus steht unter anderem die Schadenswiedergutmachung, bei der das Opfer und seine Interessen so weit wie möglich miteinbezogen werden. Selten ist es im Interesse von Opfern, Jugendliche aus der Nachbarschaft einige Zeit im Gefängnis verschwinden zu sehen und sie dann (um die Erfahrungen des Gefängnisalltags und anderer Insassen „reicher") wieder auf der Straße zu treffen.

Eher geht es darum, dass der Täter sich mit der Tat und den Folgen intensiv auseinandersetzt, dass der verursachte Schaden gutgemacht und ein ruhiges Miteinander ermöglicht wird. Um das zu erreichen rufen die Vertreter der Restorative Justice dazu auf, den Opfern und der Öffentlichkeit eine Stimme in der Aufarbeitung der Krawalle zu geben. Sie sollen dabei mitreden können, wenn es darum geht, auf das Geschehene bestmöglich zu reagieren.

Die Erfahrung zeigt, dass in vielen Fällen durch direkte von Mediatoren geleitete Gespräche zwischen Tätern und Opfern oder durch gemeinnützige Leistungen rasch vernünftige Lösungen gefunden werden können. In Großbritannien wird in vielen Fällen die „community" – also das Gemeinwesen – durch Vertreter der Polizei, sozialer Einrichtungen und der Bürgerschaft in die Bearbeitung von Straftaten miteinbezogen. Die Krawalle haben zu massiver Verunsicherung und Angst auch unter den nicht direkt zu Schaden gekommenen Menschen geführt. Diese in geeigneter Form an der Aufarbeitung mit zu beteiligen könnte für viele dazu beitragen, durch aktives Handeln ihr Sicherheitsgefühl zu stärken.

Es wird sich zeigen, inwieweit die Justiz in Großbritannien sich diesen Vorschlägen anschließen wird. Die Suche nach den für alle Beteiligten sinnvollsten Reaktionsformen auf strafbares Verhalten bleibt aber nicht nur dort von Bedeutung.

Webtipp:
http://www.restorativejustice.org/RJOB/tear-up-the-sentencing-guidelines-and-jail-every-looter-crackdown-on-looters-revealed

Kurt Koblizek MSc ist Leiter von NEUSTART Niederösterreich und Burgenland

Zurück zur Übersicht

Zu diesem Beitrag gibt es |noch keinen Kommentar|

Ihre Meinung zählt

Wir freuen uns über Ihren Kommentar zu diesem Blogeintrag

Kommentare zu diesem Beitrag:

Kein Eintrag vorhanden. Schreiben Sie den ersten.

powered by webEdition CMS