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Blog und Diskussion

Sozialromantik? Sozialrealismus!

Kurt Koblicek MSc - 21.6.2017 07:20

Im Kontakt mit Menschen, die im Bereich der Strafverfolgung arbeiten, höre ich fallweise (immer noch) den Satz: „Eure sozialromantische Idee von der Resozialisierung passt nicht zur Realität, mit der wir uns täglich abmühen". Was ist darauf zu antworten?

 

In der Fachhochschul-Ausbildung im Bereich Sozialarbeit wird Realität vermittelt. Danach wird die Realität in den ersten Monaten der beruflichen Praxis sehr deutlich vor Augen geführt. Sozialarbeit hat mit Romantik nichts zu tun. Schon gar nicht im Bereich der Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen. Sozialarbeit hat allerdings sehr viel mit evidenzbasierter, erforschter, zielgerichteter und effektiver Arbeit zu tun.

 

Eine rigide Strafrechtspolitik kann erfahrungsgemäß keine Rückfälle von straffällig gewordenen Menschen verhindern. Sozialarbeit behauptet nicht nur, dass eine auf einer professionell aufgebauten, guten Beziehung durchgeführte Deliktverarbeitung zu einer Senkung des Rückfallrisikos führt; sie beobachtet das auch in der Realität. Eine Wirkungskennzahl von NEUSTART zeigt, dass die Erfolgsrate hinsichtlich Rückfallvermeidung bei der Bewährungshilfe 60 Prozent beträgt. Eine weitere Kennzahl zeigt, dass die Erfolgsrate hinsichtlich Rückfallvermeidung beim Tatausgleich 84 Prozent beträgt.

 

Kriminalpolitik muss Sachpolitik sein. Gerade im Bewusstsein, dass Sicherheit ein höchst emotionales und kontroverses Thema ist, muss die Reaktion auf strafrechtlich relevantes Verhalten wirkungsorientiert und zielorientiert sein. Welche Maßnahmen verhindern eine Tat? Welche Maßnahmen verhindern einen Rückfall? Was ist das Beste für das Opfer? Was dient der Gemeinschaft langfristig und wie ist das im Rahmen der Menschenrechte umzusetzen? Anhand ihrer Antworten haben sich alle handelnden Personen im Rahmen des Strafrechts zu orientieren. Mit dieser Sachorientierung werden Erfolge erreicht. Das ist alles andere als sozialromantisch.

 

Kurt Koblizek MSc ist Leiter von NEUSTART Niederösterreich und Burgenland

 

 

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