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Tipps für heikle Situationen

Wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger beschuldigt oder verurteilt wird, etwas Verbotenes gemacht zu haben, finden Sie hier viele Informationen und Antworten. Auch wenn Sie gerade aus dem Gefängnis kommen, finden Sie hier Informationen. Außerdem finden Sie hier Informationen, wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.

Online-Beratung

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Leichter Lesen

Tipps für angehörige

 

Jemand aus Ihrer Familie oder jemand, den Sie kennen, wird beschuldigt, etwas Verbotenes gemacht zu haben. Jetzt wissen Sie nicht, was Sie tun sollen. Hier sind Tipps:

Sie müssen nicht immer mit der Polizei reden

Wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger beschuldigt wird, etwas Verbotenes getan zu haben, sind Sie von der Pflicht zur Aussage befreit.

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Reden Sie mit Ihren Kindern darüber

Sagen Sie Ihren Kindern die Wahrheit. Kinder merken sowieso, wenn Sie anders sind als sonst.

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Kinder sollen nicht zum Gericht mitkommen

Es kann für Kinder und Jugendliche schlecht sein, bei einer Verhandlung am Gericht dabei zu sein.

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Kinder können zu einem Besuch ins Gefängnis mitkommen

Ihre Kinder wollen zu einem Besuch ins Gefängnis mitkommen. Fragen Sie vorher, ob ein „Tischbesuch" möglich ist.

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Sagen Sie Ihren Verwandten die Wahrheit

Es ist gut, wenn Sie Ihren Verwandten die Wahrheit sagen.

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Hier können Sie fragen, ob jemand eingesperrt wurde

Wenn Sie wissen wollen, ob jemand verhaftet und eingesperrt wurde, können Sie bei der zuständigen Polizei-Dienststelle fragen.

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Manchmal können Sie eine Verhandlung am Gericht vermeiden

Manchmal muss keine Verhandlung am Gericht stattfinden. Dann kann etwas anderes ausgemacht werden. Das nennt man „Diversion".

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Überlegen Sie sich, ob Sie eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt brauchen

Sie können jederzeit mit einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt reden.

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Reden Sie nur mit der Richterin, dem Richter, der Staatsanwaltschaft oder der Gefängnis-Leitung, wenn es sein muss

Wir empfehlen, nur wenn es sein muss, mit den Personen zu reden, die für Ihren Fall zuständig sind.

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Fragen Sie nach Hilfe, wenn Sie Geld-Probleme haben

Ihr Familien-Mitglied ist im Gefängnis. Deshalb haben Sie jetzt wahrscheinlich weniger Geld als früher.

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Ihre Beziehung kann wieder gut werden

Lassen Sie sich Zeit zu entscheiden, wie es mit Ihrer Beziehung weitergeht.

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Mitbestraft? Tipps für Angehörige

Eine Angehörige oder ein Angehöriger oder eine Bekannte / ein Bekannter von mir wird einer strafbaren Handlung beschuldigt – was soll ich tun?

Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Hilfe zu holen. Zögern Sie bitte nicht, sich an eine professionelle Beratungsstelle zu wenden.

Was tun, wenn die Polizei auch mich befragen will?

Sie sind von der Pflicht zur Aussage befreit, wenn Sie im Verfahren gegen eine Angehörige oder einen Angehörigen aussagen sollen (das gilt auch für Lebensgefährtinnen und Lebensgefährten oder geschiedene ehemalige Partnerinnen oder Partner). 

 

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Wie sag’ ich’s meinen Kindern?

Gehen Sie davon aus, dass Sie Ihren Kindern die Wahrheit zumuten können und sollen – denn diese merken sowieso, dass Sie sich anders verhalten als sonst. Wenn Sie schweigen, kann es zu zusätzlichen Spannungen oder Konflikten in der Familie kommen. Über belastende Themen zu sprechen schafft Erleichterung und gibt damit die Möglichkeit, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und ein Übereinkommen zu finden, wie mit der neuen Situation umgegangen werden kann.

 

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Sollen Kinder bei der Gerichtsverhandlung dabei sein?

Von der Teilnahme an einer Verhandlung können Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren ausgeschlossen werden, wenn eine Gefährdung ihrer persönlichen Entwicklung zu befürchten wäre. Es ist grundsätzlich nicht sinnvoll, Kinder dazu mitzunehmen, weil diese den Ablauf nicht verstehen können, sie still sitzen müssen und mit dem Vater, Bruder, Onkel nicht direkt reden können. Am besten ist es, Sie erzählen dem Kind von der Verhandlung und dem Ergebnis und erklären ihm die Auswirkungen.

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Sollen Kinder beim Haftbesuch dabei sein?

Wenn Sie das Kind zu einem Haftbesuch mitnehmen möchten, können Sie vorher über den Sozialen Dienst des Gefangenenhauses die Möglichkeit eines „Tischbesuches" abklären. Dabei ist ein direkter Gesprächskontakt des Kindes mit der oder dem Angehörigen ohne Trennscheibe möglich. Der Kontakt des Kindes zur Täterin oder zum Täter wird dadurch etwas weniger belastend für das Kind.

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Wie sag' ich's den Verwandten?

Auch bei Angehörigen ist die Wahrheit wohl der beste Weg. So schlimm der Schock auch ist, man zeigt den Angehörigen, dass man ihnen vertraut und als Familie zusammenhalten wird, um gemeinsam aus der Situation auch wieder herauszukommen.

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Wie erfahre ich, ob jemand in Haft ist?

Information über eine Verhaftung und die Anhaltung für die maximale Dauer von 48 Stunden und die Überstellung in die Justizanstalt des jeweiligen Landesgerichts bekommen Sie bei der zuständigen Polizeidienststelle. Auch bei den zuständigen Justizanstalten und dem dortigen Sozialen Dienst erhalten Sie Auskünfte. Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen können Sie während der offiziellen Besuchszeiten in der Justizanstalt besuchen. Ist Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger in Untersuchungshaft, muss eine Besuchserlaubnis vom Staatsanwalt eingeholt werden. Diese bekommen Sie in der jeweiligen Abteilung/Kanzlei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Rufen Sie vorher dort an und klären Sie diesen Ablauf.


Wichtige Informationen zu den einzelnen Haftanstalten beziehungsweise Infos für Besucherinnen und Besucher finden Sie hier.

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Gibt es Möglichkeiten, einen Prozess zu vermeiden?

Ihre straffällig gewordene Angehörige oder Ihr Angehöriger kann einen Prozess nur vermeiden, wenn es sich um minderschwere Delikte handelt, die im Rahmen einer diversionellen Maßnahme (Einstellung des Verfahrens für die Dauer einer Probezeit, Konfliktregelung...) geregelt werden können. Informationen darüber können Sie bei der Polizei, bei der Staatsanwältin oder dem Staatsanwalt oder bei der zuständigen Richterin oder dem Richter erfragen. Die Entscheidung darüber trifft aber in jedem Fall die Staatsanwältin oder der Staatsanwalt, die Richterin oder der Richter.

 

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Macht es Sinn, mit einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt zu reden?

Sie können natürlich jederzeit mit der Rechtsanwältin oder dem Rechtsanwalt Ihrer oder Ihres Angehörigen in Kontakt treten – Ihnen muss aber klar sein, dass Sie dadurch den Ablauf bei Gericht nicht grundlegend beeinflussen können. Möchten Sie für Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt engagieren, klären Sie beim ersten Gespräch die Honorarkosten ab und treffen Sie diesbezüglich eine Vereinbarung über die maximale Höhe der Kosten; die Kosten können durch ein Verfahren sehr hoch werden und die Finanzierung sollte deshalb im Vorfeld schon geklärt sein. Wenn eine anwaltliche Rechtsvertretung aus eigenen Mitteln nicht bestritten werden kann, kann ein Antrag auf Verfahrenshilfe beim zuständigen Gericht gestellt werden.

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Macht es Sinn, mit der Richterin, dem Richter, der Staatsanwältin oder dem Staatsanwalt oder der Gefängnisleitung zu sprechen?

Die Kontaktaufnahme mit Richterin, Richter, Staatsanwältin oder Staatsanwalt ist nur zu empfehlen, wenn entlastende Aussagen zu machen sind. Ein Gespräch mit der Staatsanwältin oder dem Staatsanwalt, der Richterin oder dem Richter kann ansonsten nur dazu dienen, dass Sie dort Antworten auf Ihre möglichen Fragen bekommen können. Beeinflussen können Sie den Ablauf des Verfahrens aber nicht und Sie sollten diesbezüglich auch keine Aktivitäten setzen.


Eine Kontaktaufnahme mit der Leiterin oder dem Leiter des Gefangenenhauses ohne konkreten Anlass (zum Beispiel Übergriffe in der Haftanstalt) ist nicht sinnvoll.

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Wer hilft mir aus der entstandenen finanziellen Notlage?

Für Fragen der finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten kann der Soziale Dienst der Justizanstalt kontaktiert werden. Das sollte aber Ihre inhaftierte Angehörige oder Ihr inhaftierter Angehöriger in die Wege leiten. Sie können bei Caritas, Sozialhilfe ihres Bundeslandes, Volkshilfe und sonstigen Hilfseinrichtungen wie „Rotes Kreuz – individuelle Nothilfe", „Licht ins Dunkel" et cetera Unterstützungsmöglichkeiten erfragen.

 

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Gibt es, wenn alles erledigt ist, einen Neuanfang in unserer Beziehung?

Lassen Sie sich Zeit. Sie müssen im ersten Schock keine Entscheidung treffen – lassen Sie Ihre Gefühle zu und akzeptieren Sie die Zweifel und die Ängste, die auftauchen. Die Chance auf eine funktionierende Beziehung besteht weiter, allerdings muss wieder gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden. Das kann gelingen, wenn Sie miteinander offen und ehrlich über den Vorfall und auch über die vorhandenen Gefühle (Ängste, Ärger, Scham, Schuldgefühle) reden. Wenn Scham oder Schuldgefühle ein offenes Gespräch schwer machen, gibt es die Möglichkeit, sich Rat und Hilfe zu holen – zum Beispiel bei einer Familienberatungsstelle oder bei Paartherapeutinnen und -therapeuten.

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ENDE FAQ

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