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Tipps für heikle Situationen

Wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger beschuldigt oder verurteilt wird, etwas Verbotenes gemacht zu haben, finden Sie hier viele Informationen und Antworten. Auch wenn Sie gerade aus dem Gefängnis kommen, finden Sie hier Informationen. Außerdem finden Sie hier Informationen, wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.

Online-Beratung

Die NEUSTART Online-Beratung hilft Ihnen. Sie beantwortet Ihre Fragen mit einem E-Mail. Füllen Sie bitte das Kontakt-Formular aus und schreiben Sie Ihre Frage in die Nachricht. Schreiben Sie auch dazu, in welchem Ort und Bundesland Sie wohnen. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren Namen dazuschreiben. Wir antworten auch auf anonyme Anfragen.

WAS IST EINE SOZIALNETZ-KONFERENZ?

 

  • Sie sind in Untersuchungshaft. Oder Sie sind wegen eines Gerichtsurteils im Gefängnis (Strafhaft). Eine Richterin oder ein Richter entscheidet, ob Sie dort bleiben müssen.
  • Sowohl bei Untersuchungshaft als auch bei Strafhaft kann eine Sozialnetz-Konferenz helfen, dass Sie vorzeitig (bedingt) entlassen werden. Eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter organisiert dieses Gespräch mit verschiedenen Personen aus Ihrem Umfeld. Wir nennen sie Koordinatorin oder Koordinator.
  • Ziel des Gesprächs ist, dass Sie in der Zukunft von Familie, Freundinnen und Freunden, Verwandten, Bekannten und Menschen, denen Sie vertrauen, unterstützt werden. Gemeinsam suchen alle Lösungen für Probleme nach Ihrer Haft.
  • Es wird auch besprochen, wie Sie Ihr Leben besser gestalten können. Die Menschen, die Sie sich zu Ihrer Unterstützung ausgesucht haben, machen mit Ihnen einen schriftlichen Plan. Ein guter Plan vermeidet Krisen und Kriminalität.
  • In diesem Plan müssen Sie und alle anderen versprechen, dass Sie ihn auch einhalten. 
  • Sie bekommen auch eine Bewährungshelferin oder einen Bewährungshelfer als Unterstützung.
  • Wenn wegen des Plans eine weitere Haft nicht mehr notwendig ist, entlässt Sie die Richterin oder der Richter dann aus der Haft. 

UNTERSUCHUNGSHAFT

 

  • Die erste Entscheidung, ob Sie weiter im Gefängnis bleiben müssen (Haftverhandlung), erfolgt 14 Tage nachdem Sie eingesperrt wurden.
  • Es geht darum, dass Sie in Freiheit wieder gut zurechtkommen. Wenn Sie unter 18 Jahre alt sind, sollten bei der Sozialnetz-Konferenz Ihre Erziehungsberechtigten dabei sein.
  • Wenn Sie aus dem Gefängnis freigelassen werden, müssen Sie sich an Weisungen halten. Weisungen sind Anordnungen des Gerichts, die Sie einhalten müssen. Ihre Bewährungshelferin oder Ihr Bewährungshelfer muss dem Gericht berichten, dass Sie sich an alles, was ausgemacht wurde, halten. Wenn Sie sich nicht daran halten, droht wieder die Untersuchungshaft.

STRAFHAFT

 

  • Fragen Sie Ihre Sozialarbeiterin oder Ihren Sozialarbeiter im Gefängnis nach der Sozialnetz-Konferenz. Sie oder er stellt dann den Kontakt zu NEUSTART her.
  • Sie bestimmen den Ort, wo die Sozialnetz-Konferenz stattfinden soll. Dafür können Sie auch Ausgang bekommen.
  • Der Plan, den Sie bei der Konferenz ausarbeiten, wird der Entlassungsrichterin oder dem Entlassungsrichter vorgelegt. Wenn alles passt, können Sie vorzeitig (bedingt) aus der Haft entlassen werden. Sie bekommen eine Bewährungshelferin oder einen Bewährungshelfer zur Unterstützung. 

Vermeidung von Haft

Eine Sozialnetzkonferenz bietet für Jugendliche und junge Erwachsene sowohl in Untersuchungshaft als auch in Strafhaft die Möglichkeit, gemeinsam mit ihrem sozialen Netz einen verbindlichen Zukunftsplan zu erstellen. Die Umsetzung dieses Zukunftsplans wird im Rahmen der Bewährungshilfe begleitet und kontrolliert. Andere Organisationen wie etwa die Jugendgerichtshilfe, der Soziale Dienst einer Justizanstalt oder die Jugendwohlfahrt sollen in die Sozialnetzkonferenz einbezogen werden.

 

Das soziale Netz bietet Unterstützung bei der Problemlösung

In der Sozialnetzkonferenz wird das vorhandene soziale Netz (Familie, Freundinnen und Freunde, Angehörige, Bekannte et cetera) aktiviert, um gemeinsam mit der oder dem Jugendlichen unter Einbeziehung aller involvierten Betreuungseinrichtungen Problemlösungen für die Zeit nach der Haftentlassung zu finden und somit weitere Straftaten zu verhindern.

 

Voraussetzungen für eine Sozialnetzkonferenz

  • Zuweisung durch das Gericht oder die Justizanstalt
  • Bereitschaft der oder des inhaftierten Jugendlichen oder jungen Erwachsenen und ihres oder seines sozialen Netzes

 

 

Mit Verwandten und Freunden einen Zukunftsplan machen

Möglichkeiten finden, wie es zu schaffen ist

SozialnetzKonferenz im Rahmen einer Untersuchungshaft in Kombination mit hochfrequenter Bewährungshilfe

 

Zielgruppe

Für Beschuldigte, über die Untersuchungshaft verhängt wurde und die zum vorgeworfenen Tatzeitpunkt das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, kann der Haftrichter die Durchführung einer Sozialnetzkonferenz beauftragen (§§ 35a JGG und 29e BewHG).

 

Zielsetzung

Ziel der Sozialnetzkonferenz ist es, unter Teilnahme der oder des straffällig gewordenen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen und ihres / seines sozialen Netzes einen verbindlichen Zukunftsplan zu erstellen und somit weitere Untersuchungshaft zu vermeiden. Die Umsetzung des Plans wird im Rahmen der Bewährungshilfe begleitet und kontrolliert (hochfrequente Bewährungshilfe, das heisst zwei persönliche Kontakte wöchentlich). Andere Organisationen wie etwa die Jungendgerichtshilfe, der soziale Dienst oder der Kinder- und Jugendhilfeträger werden einbezogen. Durch die erfolgreiche Umsetzung des Plans soll ein Rückfall verhindert werden.

 

Ablauf der Sozialnetzkonferenz

  • Mit der oder dem Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen und ihrem oder seinem sozialen Umfeld wird unverzüglich nach Zuweisung durch das Gericht Kontakt aufgenommen und die Sozialnetzkonferenz vorbereitet
  • Nach Durchführung der Sozialnetzkonferenz erhält die Richterin oder der Richter den von der zuständigen Bewährungshelferin oder dem zuständigen Bewährungshelfer den in der Sozialnetzkonferenz erarbeiteten Zukunftsplan
  • Die Entscheidung, ob eine Aufhebung der Untersuchungshaft angeordnet wird, obliegt aufgrund der durch die Ergebnisse der Sozialnetz-Konferenz erweiterten Entscheidungsgrundlage dem Gericht
  • Im Fall der Entlassung aus der Untersuchungshaft erfolgt für die Dauer bis zur Hauptverhandlung eine hochfrequente Bewährungshilfe-Betreuung (zwei persönliche Kontakte pro Woche) zur Begleitung und Kontrolle der Umsetzung der Ergebnisse der Sozialnetzkonferenz

Entlassungskonferenz

 

Zielgruppe

Jugendliche und junge Erwachsene, die zum Tatzeitpunkt unter 21 Jahren waren und bei denen eine bedingte Entlassung (§ 46 Strafgesetzbuch) in Betracht kommt

 

Zielsetzung

Ziel dieser Sozialnetzkonferenz ist es, unter Teilnahme der / des straffällig gewordenen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen und ihres / seines sozialen Netzes einen verbindlichen Zukunftsplan zu erstellen.

In der Sozialnetzkonferenz soll das soziale Netz der / des Jugendlichen oder jungen Erwachsenen aktiviert werden, um gemeinsam mit der / dem Jugendlichen / jungen Erwachsenen unter Einbeziehung aller relevanten externen Betreuungseinrichtungen (wie zum Beispiel Jugendgerichtshilfe, Sozialer Dienst der Justizanstalt oder Kinder- und Jugendhilfeträger) eine Problemlösung für die Zeit nach der Haftentlassung zu finden und somit weitere Straftaten zu verhindern.

 

Ablauf der Sozialnetzkonferenz

  • Die Zuweisung erfolgt über die Leitung der Justizanstalt
  • Mit der oder dem Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen und ihrem oder seinem sozialen Umfeld wird unmittelbar danach Kontakt aufgenommen und die Sozialnetzkonferenz vorbereitet
  • Die Sozialnetzkonferenz soll – wenn möglich – während eines Ausgangs im Heimatort der oder des Jugendlichen stattfinden
  • Nach Durchführung der Sozialnetzkonferenz erhält die Zuweiserin oder der Zuweiser den in der Sozialnetzkonferenz erarbeiteten Zukunftsplan, der eine Entscheidungshilfe für eine mögliche bedingte Entlassung darstellen soll

Gesetzliche Grundlagen

 


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